Die Position der Deutschen Telekom konnte trotz des schwierigen wirt- schaftlichen Umfelds in der Region aufgrund der erstmaligen Vollkon- solidierung der OTE und des deutlichen Anstiegs im Kundenbestand im Breitband- sowie im Mobilfunkgeschäft gestärkt werden. Gesamt. Die Kundenentwicklung in Süd- und Osteuropa war im Geschäfts- jahr 2009 wesentlich geprägt durch den erstmaligen Einbezug der OTE- Gruppe, die im Festnetz in Griechenland und Rumänien, im Mobilfunk in Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien tätig ist. Festnetz. Der Breitbandmarkt in Süd- und Osteuropa wuchs auch im Geschäftsjahr 2009. Mit einem Bestand von insgesamt 3,8 Mio. Breitband- anschlüssen einschließlich ge- und entbündelter Wholesale-Anschlüsse erzielte das operative Segment einen Anstieg um 0,5 Mio. Anschlüsse gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Festnetzanschluss- verluste lagen mit 0,9 Mio. Anschlüssen leicht über denen des Vorjahres. Im Bestand enthalten sind in 2009 1,9 Mio. (pro-forma 2008: 1,7 Mio.) Breitbandanschlüsse des Festnetzes der OTE (Griechenland) und der Romtelecom (Rumänien). Die positive Entwicklung im Breitbandmarkt wurde auch durch die erfreuliche Entwicklung bei der Vermarktung von IPTV beeinflusst, wobei die Zahl der IPTV-Kunden nahezu verdoppelt werden konnte. Mobilfunk. Bedingt durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wies der Mobilfunkmarkt in Süd- und Osteuropa im Geschäftsjahr 2009 in mehreren Ländern ein verlangsamtes Wachstum auf; in der Slowakei stagnierten die Kundenzahlen gegenüber dem Vorjahr. In Ungarn reduzierte sich der Kundenbestand bedingt durch die gesamtwirtschaftliche Lage. Sämtliche Mobilfunkgesellschaften trugen zum Anstieg der Vertragskunden absolut bei. Der prozentuale Anteil der Vertragskunden in Relation zum Gesamt- kundenbestand liegt auf dem Vorjahresniveau, der Trend liegt für alle Länder mit Ausnahme von Griechenland und Albanien allerdings zugunsten des Vertragskundengeschäfts. Durch den Erwerb des rumänischen Mobilfunk- betreibers Zapp durch die Cosmote-Gruppe konnte eine Ausweitung auf dem rumänischen Markt erreicht werden, die Erstkonsolidierung erfolgte im November 2009. Gesamtumsatz. Im operativen Segment Süd- und Osteuropa wuchs der Gesamtumsatz im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 Mrd. €. Die positive Umsatz- entwicklung ist der Erstkonsolidierung der OTE zuzuschreiben, die seit Anfang Februar 2009 voll konsolidiert wird. Ohne Berücksichtigung der OTE sank der Umsatz um 0,4 Mrd. €, vor allem aufgrund negativer Wechselkurs- effekte aus der Umrechnung des ungarischen Forint in Euro. Zudem wirkten sich die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und der anhaltend hohe Wettbewerbsdruck im Mobilfunk sowie im klassischen Festnetz belastend auf den Umsatz aus. Das Breitbandwachstum in allen Ländern konnte den Umsatzrückgang im klassischen Festnetz nicht ausgleichen. Ungarn. Der Umsatzrückgang betraf aufgrund der schwierigen gesamt- wirtschaftlichen Lage sowohl das Mobilfunk- als auch das Festnetzgeschäft. Der wesentliche Einfluss – zu rund 70% – auf den Umsatzrückgang in Euro resultierte jedoch aus Währungseffekten aufgrund des deutlich gesunkenen ungarischen Forint, der sich aber im Jahresverlauf wieder ein wenig erholen konnte. Kroatien. Die Entwicklung in Kroatien war neben einer leichten Schwäche der kroatischen Kuna durch die gesamtwirtschaftliche Lage leicht rückläufig. Hierbei war der Mobilfunk u.a. durch die neu eingeführte Mobilfunksteuer in Höhe von 6% vom Umsatz etwas stärker betroffen als das Festnetz. Slowakei. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war der Umsatz sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk leicht rückläufig. Dies wurde im Vorjahres- vergleich teilweise durch Währungseffekte kompensiert. EBIT, bereinigtes EBITDA. Das EBIT im operativen Segment Süd- und Osteuropa stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum trotz des positiven Beitrags durch die Konsoli- dierung der OTE-Gruppe nur um 0,1 Mrd. € an. Gegenläufig wirkten die im Folgenden beschriebenen Wertminderungen: Auf Basis der zum Abschlussstichtag vorliegenden Erkenntnisse und Erwartungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds ergaben im vierten Quartal 2009 die Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in Griechenland (Mobilfunk und Festnetz), Rumänien (Mobil- funk), EJR Mazedonien und Slowakei (Festnetz) Wertminderungsbedarf in Höhe von insgesamt 0,5 Mrd. €. Diese Wertminderungen resultierten im Wesentlichen aus dem länderspezifischen Risiko im Zusammenhang mit der aktuellen Finanz- und Staatskrise in Griechenland. Darüber hinaus waren hauptsächlich negative Entwicklungen im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise ursächlich für die weiteren Wertminderungen. Das bereinigte EBITDA im operativen Segment Süd- und Osteuropa stieg im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,8 Mrd. €. Bereinigt um den positiven Beitrag der seit Februar 2009 voll konsolidierten OTE-Gruppe reduzierte sich das bereinigte EBITDA des operativen Segments um rund 0,2 Mrd. € oder 8,7%. Eine wesentliche Ursache für diesen Rück- gang waren die negativen Währungskursentwicklungen in Ungarn und zu einem geringeren Maße in Kroatien. Auswirkungen auf das bereinigte EBITDA durch negative Umsatzentwicklungen konnten durch Kosten- einsparungsmaßnahmen gemildert und in der Slowakei überkompensiert werden. Das EBITDA des Geschäftsjahres 2009 enthält einen einmaligen positiven Effekt aus dem ersten Quartal in Höhe von 0,2 Mrd. € aufgrund des Kosten- beitrags des griechischen Staates zu einem freiwilligem Vorruhestands- programm. Gegenläufig wirkten sich im zweiten Quartal 2009 Rückstellungs- bildungen für Abfindungszahlungen bei OTE in nahezu gleicher Höhe aus. 90
