Deutsche Telekom AG - Geschäftsbericht 2009

Telekommunikationsmarkt. Gegen Ende des Jahres 2009 zeigten sich auch im Informations- und Telekommunikationsmarkt Aufschwungtendenzen; so verzeichnete der Bitkom-Branchenindex des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) für die ITK-Branche im dritten Quartal 2009 einen Zuwachs um 18 Punkte. Dies war der stärkste Anstieg seit fünf Jahren. Weitere aktuelle Branchenumfragen der Bitkom ergaben, dass die IT- und Telekommunikationsbranche im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen sehr gut durch die Krise gekommen ist und nur jedes dritte Hightech-Unternehmen unter der Wirtschaftskrise gelitten hat. Auch die Ergebnisse der Befragung der internationalen delphi-Studie, die 551 Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu den zentralen Entwicklungen ihrer Branchen befragte, sehen die IT- und Telekommuni- kationsbranchen gestärkt aus der Krise hervorgehen. 58% der deutschen Branchenkenner sind davon überzeugt, dass die deutsche IT-Branche gestärkt aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hervorgehen wird. 37% der Befragten vertreten die Auffassung, die Bedeutung der Telekommuni- kationsbranche werde nach der Wirtschaftskrise zunehmen. Ähnlich äußern sich auch die US-Experten: 70% der US-Befragten sehen die IT-Branche und 74% die Telekommunikationsbranche gestärkt aus der Krise her- vorgehen. Für das Jahr 2010 sehen die von der Bitkom befragten Unternehmen der Hightech-Industrie weitere positive Konjunktursignale, vier von fünf Unter- nehmen rechnen mit einem spürbaren Anstieg der Nachfrage. Wachstums- impulse können im Jahr 2010 überwiegend aus Deutschland kommen. 92% der Unternehmen rechnen mit einer stärkeren Binnennachfrage. 62 % der Firmen erwarten zudem ein stärkeres Auslandsgeschäft. Hier spielt Westeuropa die führende Rolle, gefolgt von Asien, Osteuropa und den USA. Deutschland. Der Umsatz im Telekommunikationsmarkt in Deutschland ist mit 2,5% laut Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur gegenüber dem Gesamtjahr 2008 rückläufig. Wichtigste Ursache sind die weiter sinkenden Endkundenpreise durch die zunehmende Verbreitung von Komplettpaketen und die weit- gehende Marktsättigung. Diese Effekte führen im Markt zu einem Verdrän- gungswettbewerb und Konsolidierungsbewegungen. Durch Integration über die wichtigsten Wertschöpfungsprozesse sparen Anbieter Kosten ein und realisieren damit Wettbewerbsvorteile. Laut Bundesnetzagentur sinkt die Anzahl der Beschäftigten im deutschen Telekommunikationsmarkt. Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen im Festnetz und Mobil- funk haben für die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2009 im Schnitt erneut unter denen des Vorjahres gelegen. Der Preisindex für Telefondienstleistungen im Festnetz/Internet lag um 2,3% niedriger; das Mobiltelefonieren verbilligte sich um 2,5%. Neben den reinen Gesprächs- preisen sanken auch die Preise für mobile Datendienste. Im Festnetzmarkt lässt die Bedeutung des bisherigen klassischen Telefon- anschlusses nach. Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung neuer Möglichkeiten, festnetzbasiert zu telefonieren, wie IP-Telefonie über DSL- Anschlüsse oder das Kabel-TV-Netz. Insgesamt ist die Anzahl der festnetz- basierten Zugänge zur Sprachkommunikation in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Die Entwicklung im Breitbandmarkt ist weiterhin durch Wachstum gekenn- zeichnet, wenngleich sich die Dynamik der letzten Jahre deutlich abge- schwächt hat, da sich die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen langsam der Sättigungsgrenze nähert. Deutschland befindet sich bei der Breit- bandabdeckung mittlerweile über dem europäischen Durchschnitt. Gleich- zeitig nimmt jedoch der Bedarf nach höheren Bandbreiten weiter zu, getrieben u.a. durch multimediale Anwendungen, die in immer besserer Qualität (HD) und immer öfter gleichzeitig über das Netz transportiert werden sollen. Die zunehmende Attraktivität der TV-Kabelanschlüsse ist dabei auf die bereits sehr hohen Bandbreiten – teilweise bis zu 100 Mbit/s –, die günstig angeboten werden, zurückzuführen. In Deutschland gibt es mit dem Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL), Bitstromzugang sowie WIA und WIA Gate ein breites Spektrum an Vorleistungen zur Realisierung von breitbandigen Angeboten. Diese breite Palette von Vorleistungsprodukten versetzt Wettbewerber – sowohl mit als auch ohne eigene Netzinfrastruktur – in die Lage, auf unterschiedlichen Stufen der Wertschöpfungskette Geschäftsmodelle aufzusetzen. Alternative Anbieter sind zunehmend in der Lage, ihren Kunden Komplettangebote „aus einer Hand“ zu offerieren. Im Rahmen der Breitbandstrategie der Bundesregierung zur flächen- deckenden Versorgung in Deutschland wurden ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis spätestens Ende 2010 sollen flächendeckend leistungsfähige Breit- bandanschlüsse verfügbar sein. Bis 2014 sollen für 75% der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit/s zur Verfügung stehen, mit dem Ziel, solche hochleistungsfähigen Breitbandanschlüsse möglichst bald flächendeckend verfügbar zu haben. Zudem sollten Bund, Länder, Kommunen und Wirtschaft an der Umsetzung der Maßnahmen mitwirken. 67Der Konzernlagebericht Wirtschaftliches Umfeld

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