Deutsche Telekom AG - Geschäftsbericht 2009

Wirtschaftliches Umfeld. Beginnende Stabilisierung der Weltwirtschaft // Intensiver Wettbewerb in den Märkten Entwicklung der Weltwirtschaft. Durch die Stabilisierung der Finanz- und Kapitalmärkte hat sich die Welt- wirtschaft bis zum Jahresende 2009 von der schweren Rezession der ersten Monate 2009 erholt. Dank der Maßnahmen zur Stützung des Banken- sektors sowie der stark expansiven Geld- und Wirtschaftspolitik der meisten Industrie- und Schwellenländer wurde die Basis für eine schnelle Erholung von Produktion und Handel gelegt. Im Vergleich zu den Vorquartalen hat die Weltproduktion bereits im zweiten und dritten Quartal 2009 wieder zugenommen und ist nach Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sogar mit einer laufenden Jahresrate von rund 4% gestiegen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht einen Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung von 3,9% im Geschäftsjahr 2010. Im Gegensatz zu früheren konjunkturellen Erholungen ist der Aufschwung im Jahr 2009 weder zeitlich noch geografisch synchron verlaufen. Vor allem in den asiatischen Schwellenländern – vorneweg die chinesische Volkswirtschaft – begann die Produktion bereits zu Beginn des Jahres 2009 wieder zu expandieren. Von der steigenden Nachfrage in Asien ging dann seit dem Frühjahr 2009 ein Impuls für die Weltkonjunktur aus. Im Verlauf des Jahres 2009 weiteten sich die Aufschwungtendenzen dann auf mehr und mehr Länder aus. Im zweiten Quartal 2009 nahm das reale Brutto- inlandsprodukt bereits in einer Reihe von Ländern zu, jedoch gab es noch einige Industrieländer, in denen die Produktion zum Teil noch recht kräftig schrumpfte. Im dritten und vierten Quartal 2009 gab es nur wenige Länder, deren Wirtschaft im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal nicht expandierte. Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in den einzelnen Mitglieds- ländern des Euroraums fiel im Jahr 2009 sehr unterschiedlich aus. Nach den aktuellen Prognosen des IfW ist die Erholung der Produktion in den Volkswirtschaften der Eurozone gegen Ende 2009 am stärksten in der Slowakei gestiegen; ebenfalls zu einem deutlichen Produktionsanstieg kam es in Slowenien, Österreich und Portugal. Auch in den USA expandierte das Bruttoinlandsprodukt wieder seit dem dritten Quartal 2009; der Anstieg fiel mit 2,8% dank der expansiv ausgerichteten Wirtschaftspolitik recht stark aus. Haupttreiber war der private Konsum. Unter den größeren Ökonomien des Euroraums konnten insbesondere Deutschland und Italien im zweiten Halbjahr 2009 kleine Zuwachsraten verzeichnen, während z.B. in Spanien und Griechenland die Produktion erneut zurückging. Auf Ganzjahressicht ging die Produktion in den Industrieländern teilweise deutlich zurück: Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank das vor- läufige Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 5%. Schätzungen für die gesamten Volkswirtschaften des Euroraums sehen einen Rückgang von 4,0%, für die Beitrittsländer der Eurozone von 3,3% und für Großbritannien von 4,6%. Die Schätzungen für den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in den USA sehen aktuell ein Minus von 2,5%. In den meisten Industrieländern stieg die Arbeitslosigkeit im Jahr 2009 stark an, dies gilt für die USA, Großbritannien und große Teile des Euroraums. Eine positive Ausnahme ist die deutsche Volkswirtschaft, die u.a. dank der Kurzarbeiterregelungen einen moderateren Anstieg der Arbeitslosenquote hatte. Zu den wesentlichen Risiken für die Weltwirtschaft zählt weiterhin die noch nicht abgeschlossene Stabilisierung des Finanzsektors. Die schwache Kreditentwicklung kann dem weltweiten Produktionsanstieg den Schwung nehmen. Darüber hinaus können aus dem Ausstieg bzw. dem Auslaufen der expansiven geld- und finanzpolitischen Programme Belastungen für die Weltkonjunktur entstehen. Sollte die Geldpolitik in den nächsten Jahren zu einer neutralen Ausrichtung zurückkehren und sollten die Regierungen gezwungen sein, ihre Finanzpolitik aufgrund der hohen Haushaltsdefizite auf einen nachhaltigen Konsolidierungskurs auszurichten, könnten dadurch die Inflationserwartungen zunehmen und die Kapitalmarktzinsen rasch anziehen. Dies wiederum würde die wirtschaftliche Erholung belasten. Durch den starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den Industrieländern können sich vor allem Nachfrage-induzierte Risiken für die Produktion und den Handel entwickeln; durch die moderaten Lohnzuwächse flacht zwar der Anstieg der Arbeitskosten ab, gleichzeitig drohen jedoch bei weiter stei- genden Arbeitslosenquoten empfindliche Rückgänge im privaten Konsum. 66

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