Innovationsindikator Deutschland 2009

Skalierung der erhobenen Daten. Im linken Teil der Grafik sieht man einen beliebigen Einzelindikator auf seiner ursprünglichen Skala. Der rechte Teil der Grafik zeigt die standardisierte Skala des Innovationsindikators. Zwar sind die Werte der Skalen verschieden. Die Ränge der Länder und die relativen Abstände zwischen ihnen bleiben aber unverändert. Originalwerte Punktwerte (Maßeinheit des Innovationsindikators) Land 6 7 wird in Prozent gemessen, Bildungsausgaben werden als Anteil an der Wirtschaftsleistung oder in Dollar pro Kopf dargestellt und so weiter. Um all diese unterschiedlichen Datengrößen zu einem Indikator zusammenzufassen, muss das DIW die Statistiken zunächst auf eine einheitliche Messskala bringen. Dafür werden sämtliche Ursprungsdaten auf eine Skala von 1 bis 7 übertragen. Beispiel FuE-Investitionen: Das Land mit den höchsten Ausgaben erhält sieben Punkte. Das Land mit den kleinsten Budgets bekommt einen Punkt. An alle übrigen Staaten vergibt das DIW Punkte innerhalb dieser Spanne, je nachdem wie groß ihr Abstand zu den anderen Länder ausfällt. Nach der gleichen Methode berechnen die Ökonomen die Punktwerte für sämtliche Teilindikatoren – angefangen bei der Beteiligung von Frauen am Innovationsprozess über die Einstellung der Bevölkerung bis hin zu Statistiken für Patentanmeldungen und Forschungsausgaben. samtindikators ein, sondern dienen lediglich dazu, die Innovationsanstrengungen von Politik und Wirtschaft getrennt bewerten zu können. Viele der verwendeten 180 Datensätze basieren ihrerseits auf weiteren Statistiken, sodass es genau genommen noch eine tiefere Ebene gibt. Bestes Beispiel ist der OECD-Regulierungsindex: Sein Wert wurde von den Experten der OECD aus insgesamt 800 Statistiken errechnet. Gewichtung der Indikatoren durch das DIW. Bei der Zusammenführung der Indikatoren auf den verschiedenen Ebenen stellt sich die Frage, wie die einzelnen Daten gewichtet werden sollen: Fließen beispielsweise die sieben Teilindikatoren des Innovationssystems zu jeweils einem Siebtel in den Indikator „Innovationssystem“ ein? Oder müssen einzelne Aspekte wie die Bildung und die Forschung ein höheres Gewicht erhalten? Das DIW hat sich dafür entschieden, auf den verschiedenen Ebenen unterschiedliche Methoden der Gewichtung anzuwenden. Um die 180 Datensätze der untersten Ebene zu den verschiedenen Teilindikatoren der nächsthöheren Ebene zu verdichten, greifen die Ökonomen auf statistische Verfahren zurück, vor allem auf die sogenannte Hauptkomponentenanalyse. Bei dieser Methode erhalten diejenigen Bestandteile eines Indikators ein größeres Gewicht, bei denen die Ergebnisse der Länder vergleichsweise weit auseinander liegen. Umgekehrt bekommen Teilindikatoren ein geringeres Gewicht, bei denen die Länder nahezu gleiche Ergebnisse erzielen. Ein wichtiger Grund für die Wahl dieser Methode: Die Unterschiede zwischen den ähnlich entwickelten Industrieländern werden gut herausgearbeitet. Die Stärken und Schwächen Deutschlands treten dadurch deutlich zutage. Einen anderen Weg wählt das DIW, um die sieben Teilindikatoren des Innovationssystems zum gemeinsamen Systemindikator zu verdichten. Hier vertrauen die Ökonomen auf Expertenurteile: Gemeinsam mit dem BDI hatte das DIW in den Jahren 2005 und 2006 Manager von international agierenden Unternehmen befragt. Die Führungskräfte sollten einschätzen, welche Aspekte den größten Einfluss auf die Innovationsfähigkeit eines Landes haben. Das höchste Land 6 20 Der Weg zum Gesamtwert: Das Bottom-up-Verfahren. Nachdem die Statistiken ausgewählt und auf eine einheitliche Messskala übertragen worden sind, müssen die Indikatoren zu einem einzelnen Gesamtindikator verdichtet werden. Dies geschieht in einem mehrstufigen Verfahren nach dem sogenannten Bottom-up-Prinzip, also von unten nach oben. Erklären lässt sich diese Methode am besten, wenn man den umgekehrten Weg geht – von oben nach unten: Ganz oben steht der Gesamtindikator, der für Deutschland in diesem Jahr Platz 9 ausweist. Dieses Ergebnis setzt sich aus zwei Unterindikatoren zusammen: dem Indikator „Gesellschaftliches Innovationsklima“ und dem Indikator „Innovationssystem“. Letzterer besteht wiederum aus sieben Teilindikatoren: Bildung, Forschung und Entwicklung, Vernetzung, Finanzierung, Umsetzung, Nachfrage und Wettbewerb. Auf der untersten Ebene schließlich stehen rund 180 Datensätze, die das DIW zu den sieben Teilindikatoren des „Innovationssystems“ und dem Indikator „Gesellschaftliches Innovationsklima“ zusammenführt. Darüber hinaus werden aus den Datensätzen auch die beiden Indikatoren „Unternehmen“ und „Staat“ gebildet. Beide Indikatoren fließen aber nicht in die Berechnung des Ge- Land 5 6 Land 5 15 5 Land 4 4 Land 4 Land 3 10 3 Land 3 Land 2 2 Land 2 5 Land 1 1 Land 1 88 BDI † Deutsche Telekom Stiftung † Innovationsindikator 2009

Bitte aktivieren Sie Javascript!
Lade ePaper...