Innovationsindikator Deutschland 2009

Zentrale Ergebnisse und Handlungsfelder. Der Innovationsindikator zeigt Stärken und Schwächen Deutschlands auf, indem er die Bundesrepublik mit den 16 wichtigsten Industriestaaten vergleicht. Zusätzlich hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in diesem Jahr erstmals Handlungsfelder für die staatliche Innovationspolitik und das unternehmerische Innovationsmanagement erarbeitet. Die Handlungsfelder basieren auf Schlussfolgerungen, die sich aus den Ergebnissen des Innovationsindikators ergeben, und ziehen Querlinien zu Themen, die derzeit in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert werden. Vorrang für Innovationen. ⁄ Deutschland rangiert im Innovationsindikator 2009 unter den 17 führenden Industriestaaten lediglich auf Platz 9. Gegenüber dem Vorjahr hat die Bundesrepublik damit nicht nur einen Platz eingebüßt. Auch der Punkteabstand zu den weltweit innovativsten Standorten wie den USA, der Schweiz und Schweden ist weiter gewachsen. Angesichts des weltweiten Wettbewerbsdrucks steht die deutsche Wirtschaft vor der Herausforderung, die Innovationsbemühungen weiter zu forcieren. Dafür braucht sie bessere Rahmenbedingungen. Bund und Länder sind daher aufgerufen, die Innovationsfähigkeit Deutschlands stärker ins Zentrum ihrer Politik zu rücken. Spitzentechnologie und Gründer unterstützen. Deutschland ist weltweit führend in der Entwicklung und Vermarktung von Hochtechnologie, wie der Innovationsindikator belegt. Mit ihrer breiten und innovativen Produktpalette sind die deutschen Hersteller aus einer starken Position heraus in die Krise der Weltwirtschaft gegangen. Können sie ihr FuE-Engagement während der aktuellen Durststrecke auf hohem Nivaeu halten, dann haben sie beste Chancen, vom nächsten Aufschwung zu profitieren. Schwächen offenbart Deutschland dagegen in der Spitzentechnologie. Der internationale Vergleich zeigt zudem, dass hierzulande zu wenig Unternehmen gegründet werden, die sich auf innovative Produkte und Dienstleistungen spezialisiert haben. Die Politik sollte die exportorientierte deutsche Industrie darin unterstützen, ihre Vorteile im Bereich der Hochtechnologien auszubauen. Gleichzeitig müssen Hightech-Gründungen und die Entwicklung von Spitzentechnologien gestärkt werden. Im Rahmen der Hightech-Strategie beispielsweise sollte die Bundesregierung ihre Förderung auf Bereiche der Spitzentechnologie fokussieren, deren Forschung auch anderen Wirtschaftszweigen zugute kommt. ⁄ Zukunftsinvestitionen steigern. Eine Investition in Forschung und Bildung in Höhe von 10 Prozent der Wirtschaftsleistung gilt in vielen Industrieländern als Zielmarke einer modernen Innovationspolitik. Die Bundesrepublik ist von diesem Ziel noch weit entfernt: Zuletzt summierten sich die privaten und öffentlichen Ausgaben für Bildung und Forschung nur auf 7,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – davon entfielen 4,8 Prozentpunkte auf die Bildung und 2,5 Prozentpunkte auf die Forschung. Investitionen in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands müssen in den öffentlichen Haushalten eine größere Bedeutung erhalten. Insbesondere müssen die Ausgaben für Forschung und Bildung erheblich gesteigert werden. ⁄ ⁄ 6 Forschungseffizienz: Investitionen lohnen sich. Deutschlands Wissenschaftler arbeiten hoch effizient. Das zeigen Berechnungen, die das DIW in diesem Jahr erstmals für den Innovationsindikator durchgeführt hat. Abgesehen von Schweden erarbeitet kein Land mit seinen gegebenen Forschungs- und Entwicklungsbudgets mehr wirtschaftlich verwertbare Neuentwicklungen als Deutschland. Die Untersuchung des DIW ist ein weiteres Plädoyer dafür, die FuE-Etats zu erhöhen. Aufgrund der hohen Effizienz würden zusätzliche Investitionen nicht im System versickern, sondern die Innovationsfähigkeit Deutschlands weiter verbessern. BDI † Deutsche Telekom Stiftung † Innovationsindikator 2009

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