Innovationsindikator Deutschland 2009

ge Lokomotive der Weltwirtschaft hat spürbar an Tempo verloren. Auf der Suche nach neuen Absatzchancen wenden sich viele Unternehmen aufstrebenden Schwellenländern zu. China, Brasilien, Indien und Russland beispielsweise gewinnen für die Exportgeschäfte der Industriestaaten an Bedeutung. Unternehmen weltweit stehen damit vor großen Herausforderungen: In Europa und den USA müssen sie ihre etablierten Geschäftsverbindungen in einem schwierigeren Umfeld aufrechterhalten. Gleichzeitig gilt es für sie, in aufstrebenden Ländern neue Kunden hinzuzugewinnen. Als Sieger werden aus diesem verschärften Wettbewerb Unternehmen hervorgehen, die sich mit hochmodernen, selbst entwickelten Produkten von der Konkurrenz abheben. Gerade hier liegt in der aktuellen Krise eine große Chance, denn die deutsche Wirtschaft zählt zu den innovativsten der Welt. Wie der Innovationsindikator belegt, haben derzeit nur die Unternehmen aus der Schweiz und Irland mehr Erfolg damit, moderne Produkte zu entwickeln und auf den Märkten rund um den Globus zu platzieren. Damit ist es der deutschen Wirtschaft gelungen, ihren sehr guten dritten Platz aus dem Vorjahr zu halten. Für das Ranking haben die DIW-Wissenschaftler die Wertschöp- fung, den Anteil der Erwerbstätigen in forschungsintensiven Branchen an der Bevölkerung sowie die Exporterfolge jeweils in drei Bereichen analysiert: der Hochtechnologie, den wissensintensiven Dienstleistungen und in der Spitzentechnologie. In Deutschland haben vor allem die Hersteller von Hochtechnologie beste Voraussetzungen, um sich mit innovativen Produkten in einem schwierigen Umfeld durchzusetzen. Branchen wie die Automobilindustrie, die chemische Industrie und der Maschinenbau investieren seit Jahren enorme Summen in die Entwicklung neuer Technologien. Allein die Fahrzeugbauer haben nach Angaben des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft im Jahr 2007 knapp 21 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben – das waren rund 40 Prozent der FuE-Investitionen der gesamten deutschen Wirtschaft. Das Engagement zahlt sich aus, wie die Berechnungen für den Innovationsindikator belegen. Danach ist die deutsche Wirtschaft bei der Entwicklung und dem Verkauf von Hochtechnologie weltweit führend. Die Spitzenstellung spiegelt sich beispielsweise darin wider, dass die Hersteller von Hochtechnologie einen relativ großen Teil der deutschen Wertschöpfung erarbeiten und im internationalen Vergleich sehr viele Arbeitsplätze in Deutschland stellen. Entsprechend selbstbewusst zeigen sich die hiesigen Unternehmenslenker. In einer Umfrage für das World Economic Forum sollten sie die Hochtechnologiebranchen in Deutschland bewerten. Besonders überzeugt zeigten sie sich von deren internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Lediglich die Manager aus der Schweiz und aus Dänemark gaben ihrem Hochtechnologiesektor in dieser Disziplin genauso gute Noten. Viel Lob kam auch für die Herstellung: Nach Ansicht der deutschen Führungskräfte gibt es kein Land, das bei der Produktion von Hochtechnologie bessere und effizientere Technologien einsetzt als Deutschland. Im Innovationsranking an Boden verloren hat Deutschland dagegen bei den wissensintensiven Dienstleistungen – also in Branchen wie dem Finanz- und Kreditgewerbe, der Telekommunikation und der Datenverarbeitung. Nach Platz 5 im vergangenen Jahr steht Deutschland in diesem Jahr nur noch auf Rang 9, weit ent- Unternehmenserfolge mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Punktwert Schweiz Irland Deutschland Schweden Korea USA Japan Finnland Dänemark Großbritannien Niederlande Frankreich Österreich Belgien Kanada Italien Spanien 1,00 1,86 2,21 3,01 3,57 3,48 3,45 3,42 3,94 4,18 4,36 4,73 4,65 5,11 4,96 6,12 7,00 1,00 Quellen: Originaldaten WEF, Eurostat, USPTO, GEM, EUKLEMS, STAN, GGDC; Berechnungen des DIW Berlin. 18 BDI † Deutsche Telekom Stiftung † Innovationsindikator 2009

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